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KiTrab

Die JaBe-Stiftung unterstützt die Arbeit mit traumatisierten Kindern in Köln.

„Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen.“

Mahatma Gandhi

„Wir leisten Erste-Hilfe für verletzte Kinderseelen“ – so das Leitungsteam des gemeinnützigen Vereins A.R.T. e.V. – Akademie für Resilienz und Traumaberatung. „In Köln gibt es so viele Kinder, die Schlimmes erlebt haben. Wir dürfen sie mit ihren Erlebnissen nicht alleine lassen, damit sie keine psychischen Folgeschäden bekommen.“
Das betrifft sowohl Flüchtlingskinder, die im Heimatland oder auf der Flucht Schreckliches erlebt haben als auch Grundschulkinder aller Nationen, die belastende Erfahrungen machen mussten. Dazu zählen z.B. Gewaltsituationen, Vernachlässigung, Trennung der Eltern oder auch Unfall oder Tod einer nahestehenden Person. All diese Kinder laufen Gefahr, in ihrem weiteren Leben posttraumatische Störungen zu entwickeln, wenn sie nicht rechtzeitig professionelle Unterstützung bekommen. Das kann sich z.B. äußern in aggressivem Verhalten, Trennungsängsten, Konzentrationsstörungen oder Schlafproblemen.
Mit dem Konzept „KiTrab“ (Kindergruppen zur Traumabewältigung – für Flüchtlingskinder) und „KiProb“ (Kindergruppen zur Problembewältigung – für Grundschulkinder) hat der Verein eine neue Möglichkeit entwickelt, professionelle Hilfe für Gruppen von 10 Kindern zwischen 6 und 12 Jahren anzubieten und mehr Kindern gleichzeitig zu helfen. A.R.T. e.V. arbeitet dabei mit ehrenamtlichen (Trauma-)Helferinnen und -Helfern, die speziell dafür ausgebildet werden.
Die Grundidee bei beiden Kindergruppen ist es, die Selbstheilungskräfte der betroffenen Kinder so zu stärken, dass diese ihre schrecklichen Erfahrungen aus eigener Kraft verarbeiten und resilienter werden. Das Konzept stützt sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden der Traumaarbeit und Resilienzforschung und die Ergebnisse zeigen, dass psychische Folgeschäden bei den Kindern vermindert und in vielen Fällen verhindert werden können.
Die Kindergruppen treffen sich über 10 Wochen jeweils für eine Stunde. In dieser Stunde hat jedes Kind die Gelegenheit, in einem eigenen Mini-Sandkasten mithilfe von unterschiedlichem Spielzeug, seine Erlebnisse aufzuarbeiten. Dabei hat es immer eine Helferin oder einen Helfer an seiner Seite.
Die Helferinnen und Helfer spielen eine wichtige Rolle bei dieser spielerischen Traumabewältigung, die weitgehend nonverbal abläuft. Sie sorgen mit ihrer Ruhe und Zugewandtheit dafür, dass das Kind sich sicher fühlt und seine Gefühle zulassen kann. Allmählich kann es in diesem, als sicher und geschützt empfundenen Raum, in seinem Sandkasten Szenen gestalten, in denen es seine schlimmen Erinnerungen verarbeitet. Ergänzend zum Sandspiel gibt es noch kindgerechte Übungen zur Selbstregulation und -beruhigung. Die gesamte Arbeit findet unter der Leitung von zwei speziell ausgebildeten Fachkräften von A.R.T. e.V. statt.
Seit Beginn des Jahres 2017 hat der Verein bereits 180 Kindern mit seiner Arbeit die Chance geboten, sich zu stabilisieren und wieder mehr Vertrauen und Freude zu entwickeln. Die Familien, die sich oft sehr entlastet fühlen, sind nicht in der Lage, diese Arbeit zu bezahlen, so dass der größte Teil der Maßnahmen bisher über Spendengelder finanziert wird. Die positive Resonanz und Unterstützung durch die JaBe-Stiftung ist für uns daher sehr wertvoll. Herzlichen Dank dafür.

Antje Poser
November 2019

A.R.T. e.V.
Internet: www.artev.info
Fotos: © A.R.T. e.V.