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Coronahilfe für Alleinerziehende

Die JaBe-Stiftung unterstützt Alleinerziehende Hartz IV Familien während Corona.

Der Verein Südstadt-Leben e.V., als gemeinnütziger Förderverein der Lutherkirche in der Kölner Südstadt organisiert und realisiert ein vielfältiges kulturelles Programm. Gegründet wurde er 1998 von Pastor Mörtter, weil man mit den Einnahmen aus Kirchensteuern dem täglichen Bedarf engagierter Projektarbeit leider nicht beikommen kann. Es werden wöchentlich wechselnde Veranstaltungen angeboten, Projekte verschiedener Länge, Sprechstunden und ganz nebenbei eben auch Hilfe für Bedürftige quer durch alle Gesellschaftsschichten.

Bereits im März wurde uns klar, dass durch die Corona Pandemie generell eh schon benachteiligte Menschen aus unserem Wirkungskreis in noch größere Not geraten werden.

Und da geht es nicht um irgendwelche Kleinigkeiten sondern um die besagte nackte Existenz.

Hilferufe kamen und kommen aus vielen Richtungen, die sich mittlerweile nicht mehr nur aus dem Stadtteil melden, sondern aus der ganzen Stadt: Soloselbständige mit Kindern, die gerade vor dem Abgrund stehen, Künstler*innen, denen die staatlichen Hilfsprogramme nicht helfen und vor allem alleinerziehende Mütter im Hartz-IV-Bereich, wo gerade Dramen laufen. Das ist eine Gruppe, die es gerade besonders hart trifft irgendwie klar zu kommen und weiter zu machen, wo jeder Cent zählt.

Sehr belastend: statt Schule gibt es E-Lernen – allerdings gibt es Kinder, die dazu keine Chance haben, weil sie den dafür nötigen Laptop und WLAN- Anschluss nicht haben. Damit werden sie zusätzlich ausgeschlossen.

Statt der Teilnahme an Kita-, Schul-, Tafel- oder Jugendzentren Mittagstischen sind alle dauerhaft Zuhause mit hungrigen Mägen –  allerdings gibt es durch die vielen Hamsterkäufe in den Supermärkten und Discountern gerade die günstigen Lebensmittel nicht mehr. Diese Zusatzkosten sind im Budget einfach nicht miteingeplant.

Von abwechselnden Beschäftigungsmöglichkeiten für die Kinder wie Basteln, Malen, Rätseln, Lesen und Pausen für die Mütter brauchen wir gar nicht zu reden.

Ich organisiere gute gebrauchte Laptos für die Familien, die um die 250,- Euro kosten. Außerdem gibt es bei uns eine Ausgabestelle, wo sich je nach Spenden Spiele, Bücher, Stifte, Malbücher und andere Dinge ausgesucht werden können. Auch Bargeld wird manchen mitgegeben. Es gibt Mütter, die tagelang nichts gegessen haben, damit am Ende des Monats wenigstens die Kinder noch etwas essen können. Viele Mütter, die vorbei kommen weinen und schämen sich- können am Ende kaum glauben, dass sie mal für einen Moment ruhig schlafen können und jemand ein wenig hilft.

Ich fühle mich gerade ein wenig wie ein Feuerwehrmann- mit der Devise retten, retten, retten.

Die JaBe-Stiftung steht mit mir schon länger in Kontakt und hat sehr schnell angeboten unsere Aktion zu unterstützen. Besonders den alleinerziehenden Müttern mit ihren Kindern möchte die Stiftung helfen. Mit der Fördersumme konnten u.a. viele Laptops gekauft und verteilt werden. Im Namen der Familien, die zu uns kommen und auch im Namen unseres Vereins möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Wir werden weiter machen- die Krise wird noch länger nachwirken und bis die Politik an den Bereichen ankommt, versuchen wir zu helfen wo wir nur können.

Vielleicht ergibt sich am Ende mehr gesellschaftlicher „Kollateralgewinn“ als vor der Krise.

Hans Mörtter, April 2020


Artikel über die Arbeit von Hans Mörtter auf express.de:

„Mütter hungern“
Kölner Pfarrer sammelt 160.000 € für Hilfsfonds – und spendet los! 

Südstadt Leben e.V.
Internet: www.lutherkirche-koeln.de
Fotos: © Hans Mörtter